"Haus zur Tule" Konradigasse 2

Konstanz - Niederburg

Epoche: 18. Jahrhundert
Beschreibung:
Das „Haus zur Tule“, das urkundlich erstmals im Jahre 1363 erwähnt ist, grenzt unmittelbar an den ältesten Stadtteil von Konstanz, den Münsterhügel und die Niederburg.Wie Ausgrabungen belegen, hatten hier schon im 1. Jahrhundert v.Chr. Kelten und später Römer einfache Holzhäuser errichtet und so das Plateau auf dem Münsterplatz und der Niederburg besiedelt. Die römischen Befestigungen wurden nach langen kriegerischen Auseinandersetzungen Anfang des 6. Jahrhunderts durch von Norden eindrigende Alemannenstämme schließlich eingenommen. Die Gründung des Anwesens erfolgte im frühen Mittelalter noch vor dem berühmten Konstanzer Konzil (1414 - 1418) zu einer Zeit, als die Bischofsstadt Konstanz als klerikale und wirtschaftliche Metropole Süddeutschlands galt. Vor allem die strategisch günstige Lage bzgl. der Handelswege zur Schweiz und Oberitalien trug zu dieser bevorzugten Stellung bei. Seit alter Zeit war das Anwesen das größte in der alten Fährgasse. Gemäß einer Eintragung der Dacherschen Chronik soll hier das erste Rathaus der Bürgerschaft, in der Zeit von 1220 - 1260, gewesen sein. Eigentümer dieses historischen Domherrenhofes, der sich ursprünglich auch im Besitz des Chorstifts St. Johann befand, waren einst bekannte Chorherren wie Berthold von Wildenfels und Ulrich von Berg. Während des Konstanzer Konzils nahmen darin, wie Richental berichtet, der Erzbischoff von Magdeburg und seine Suffragane von Merseburg, Brandenburg und Meißen mit 36 Pferden und Leuten Wohnung. Später im Jahre 1638 vermachte die Stadt Konstanz das Anwesen dem Stadthauptmann Adam Heinrich Keller von Schleitheim, einem im dreißigjährigen Krieg zu Waffenruhm gelangten kaiserlichen Offizier, als Erkenntlichkeit für seine Verdienste um die Stadt Konstanz während der Belagerung durch die Schweden. Nach der Säkularisation verkauft die Domänenverwaltung das ehemalige Kanonikatshaus an diverse berühmte Kaufleute, u.a. an Abraham Wolf Rothschild.
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Informationen:
Diese Immobilie wurde durch Dr. Lang und Dr. Kleespies saniert und verkauft.